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Ketogene Diät Eine Hilfe für epilepsiekranke Kinder? D.Fritzenschaft SHG Eltern anfallskranker Kinder Mannheim 1999 |
Die ketogene Diät (KD) ist eine Ernährungsweise bei der es einer fettreichen und kohlenhydratarmen Kost bedarf. Ziel dieser Diätform ist es eine kontrollierte Ketonurie4 herbeizuführen. In der Praxis wird diese Diät jedoch nur sehr selten versucht. Hauptindikation für die Anwendung der ketogenen Diät sind bevorzugt bestimmte Formen kindlicher Epilepsien. In den USA wird die ketogene Diät auch bei Glucosetransporterdefekt (GTPS) und bei bestimmten Hirntumoren (Astrocytoma) angewendet.
Geschichte: Bereits aus der Antike (Hippokrates) gibt es Hinweise auf das Fasten in der Behandlung von Epilepsien. Französische Autoren [5] berichteten 1911, daß nur noch 4 von 26 Patienten nach einer 10 tägigen Fastenkur Anfälle hatten. In den USA publizierte 1921 Geyelin [4], daß viele Patienten während des Fastens und auch noch einige Monate danach anfallsfrei blieben. Im gleichen Jahr veröffentlichte Wilder [13] seine Annahmen, daß der antikonvulsive Effekt des Fastens durch die Ketonkörper2 bedingt sei, die beim Abbau der Fettreserven entstehen. Seine Empfehlung, daß mit entsprechender Nahrungsaufnahme (Erhöhung der Fettzufuhr bei gleichzeitiger drastischer Verknappung von Kohlenhydraten) eine günstige therapeutische Wirkung auf die Anfälle erzielt werden kann, wurde in den zwanziger Jahren von mehreren Kliniken [1,8,13] bestätigt. Er empfahl schon damals das Ausmaß der Ketose3 in Blut und Urin zu bestimmen. Da 1921 erst zwei wirksame Medikamente (Brom 1857, Phenobarbital 1912) zur Epilepsiebehandlung verfügbar waren, erlebte die ketogene Diät in den nächsten beiden Jahrzehnten eine große Verbreitung. Mit der Entdeckung neuer Antiepileptika z.B. Phenytoin (1938), Trimethadion (1946) oder Primidon (1953) rückte die ketogene Diät, die eine sehr hohe Disziplin von den Beteiligten erforderte, zunehmend in den Hintergrund und hatte lediglich in den USA eine gewisse Bedeutung. In den 70er Jahren wurde die Diät vorwiegend in den USA vermehrt wieder bei Kindern eingesetzt, die entweder gegen alle eingesetzten Medikamente therapieresistent waren oder mit erheblichen Nebenwirkungen reagierten.
In Deutschland wurde die Diät, der spärlichen Literatur zu Folge, nur vereinzelt als letzte Chance auf einen Behandlungserfolg bei schwersten Formen kindlicher Epilepsien eingesetzt. Obwohl es neuere Studien[2] zum Thema ketogene Diät gibt wurde der Behandlungsansatz von Fachleuten sehr zurückhaltend beurteilt. Erst ein im Herbst 1997 vom Kölner Privatsender RTL ausgestrahlter amerikanischer Spielfilm:"So lang es noch Hoffnung gibt" (u.a. mit Meryl Streeb) brachte ein gewisses Umdenken. Der Spielfilm, der auf einer wahren Begebenheit beruht, zeigt eindrücklich den Krankheitsverlauf eines Jungen, der nach langen schwierigen Therapieversuchen mit Hilfe der ketogenen Diät, seine Epilepsie besiegt. Nach Ausstrahlung des Films haben besorgte Eltern Deutschlands Fachkliniken mit Anfragen zum Thema ketogene Diät überhäuft. Verschiedene Kliniken haben darauf umgehend reagiert und widmen der ketogenen Diät, trotz derzeitiger Finanzmittelknappheit im Gesundheitswesen, deutlich mehr Aufmerksamkeit.
Biochemie: (stark vereinfachte Darstellung) Über die Nahrungsaufnahme wird versucht das Blut anzusäuern. Bei normaler Ernährung ist das Verhältnis Fett zu Kohlenhydrat ca. 30:70, bei einer ketogenen Diät wird versucht ein Wert von ca. 90:10 zu erreichen. Eine solche Stoffwechsellage wird am besten erreicht indem die Nahrung im Verhältnis 4:1, d.h. 4 Anteile der täglichen Kalorienzufuhr sollen aus der Fettverbrennung, 1 Anteil aus Kohlenhydrat und Eiweiß stammen. Um der Gefahr einer Stoffwechselentgleisung vorzubeugen wird die Diät unter stationären Bedingungen durch eine 24-72 stündiges Fasten eingeleitet. Da bei der ketogenen Diät keine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen erreicht werden kann ist eine zusätzliche Gabe dieser Stoffe notwendig. Die Umstellung ist erreicht wenn über den Urin große Mengen Ketonkörper2 konstant ausgeschieden werden.
Formen der ketogenen Diät: Neben der klassischen Form der ketogenen Diät, wie sie in den beiden großen Zentren der USA (Mayo Klinik in Rochester u. Johns-Hopkins Hospital in Baltimore) seit 75 Jahren durchgeführt wird, gibt es noch 2 weitere Formen der Diät. Bei der klassischen Form der Diät ist das Fett-/Kohlenhydrat- Verhältnis 4:1 (z.T.auch 3:1). Der Fettbedarf wird dabei aus Fett mit langkettiger Triglyzeride5 (LCT) gedeckt. Daneben gibt es noch die MCT Diät die Fett aus mittelkettiger Triglyzeride5 (MCT) verstoffwechselt. Zugrunde liegt die Publikation [6,7] von Huttenlocher (1971), daß die Menge der Ketonkörper2 bei der MCT-Diät in gleicher Konzentration vorhanden sind, der Anteil der Kohlenhydrate (das MCT-Öl gilt als stärker ketogen) aber deutlich höher ist und damit die Nahrung viel abwechslungsreicher gestaltet werden kann. Vermehrt sollen aber Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen oder Durchfall auftreten. Obwohl es auch Unterschiede in der Verstoffwechslung der beiden Fette gibt (LCT langsame Aufnahme über den Darm zur Leber, MCT direkte Aufnahme durch die Leber) zeigen Studien [11] keinen Unterschied über die Wirksamkeit beider Diätformen. Andere Autoren [3] mit jahrelanger Erfahrung beschreiben die klassische Diät als wirksamer und von der Akzeptanz her besser. Erfahrungen über eine modifizierte Diät aus einer Mischung von mittel- und langkettiger Triglyzeride5 wurden in den 80er Jahren von englischen Autoren [10,11] beschrieben. Ausführliche Beschreibung mit Menübeispielen, vielen praktischen Tips, Austauschtabellen und Berechnungsbeispielen aus der Johns-Hopkins-Klinik (USA) wurden von Freemann [3] und Reidelbach [15] veröffentlicht.
In den USA gibt es noch eine weitere Variante der ketogenen Diät die mit Flüssigkeiten arbeitet und bei Kleinkindern erfolgreich eingesetzt wird. Nähere Angaben zu dieser Diätform liegen aber derzeit nicht vor.
Wirksamkeit der ketogenen Diät: Die verschiedenen Studien über die Wirksamkeit der ketogenen Diät sind schwierig miteinander zu vergleichen. Das Zahlenmaterial der letzten 75 Jahre läßt dabei so manche Fragen offen und berücksichtigt dabei kaum den derzeitigen Stand der Epilepsietherapie. An dieser Stelle soll deshalb auf ausführliche Übersichtsdarstellungen von Studien verzichtet werden. Obwohl die Diät bei vielen Patienten eine Verbesserung ihres Anfallsleidens bedeutet, ist der genaue Mechanismus über die anti-konvulsive Wirkung, die ohne Zweifel besteht auch nach neusten Erkenntnissen noch immer unklar. Wie viele Autoren immer wieder bestätigen gibt es für die ketogene Diät prinzipiell keine Altersbeschränkung. Die besten Ergebnisse werden aber im Kleinkindalter (ca.2-5Jare) erzielt. Vermutlich hängt dies jedoch damit zusammen, daß man die Kinder in diesem Alter am engsten kontrollieren kann und Mangels ihrer Kenntnis anderer Speisen die Diät aus geschmacklichen Gründen nicht so häufig verweigern. Welche Epilepsien am besten auf die ketogene Diät ansprechen ist ebenfalls noch unklar. Viele Autoren geben an, daß Anfälle aus dem Formenkreis des Lennox-Gastaut- Syndroms und der Epilepsie mit myoklonisch-astatischen Anfällen am ehesten auf die Diät ansprechen. Es muß aber berücksichtigt werden, daß bei Kindern mit diesen häufig therapieresistenten Epilepsiesyndromen besonders oft ein Diätversuch unternommen wurde. Die Wirkung der ketogenen Diät bei anderen Epilepsieformen ist hingegen nicht ausreichend untersucht. Eine Analyse von 9 Publikationen aus den Jahren 1990-1997 zeigt folgendes auf:
Etwa ein Drittel der behandelten Kinder mit pharmakoresistenten nicht operablen Epilepsien konnten von der ketogenen Diät profitieren. Es konnte eine deutliche Reduktion der Anfälle (um mind. 50%) und vereinzelt auch Anfallsfreiheit erreicht werden. Es muß aber kritisch angemerkt werden, daß die Wirksamkeit der Therapie oft nur für 4-12 Wochen bewertet wurde. Wie von Rating [9] angemerkt , fehlen derzeit auch noch Untersuchungen in wieweit die Therapie auch noch nach 12 oder 24 Monaten Bestand hat. Von Interesse wäre auch wie sich Diätfehler auswirken und wie häufig eine erfolgreich eingesetzte ketogene Diät abgebrochen wird weil sie von den Beteiligten als nicht mehr tolerabel erlebt wird. Über mögliche Spätfolgen der extremen Fetternährung gibt es derzeit ebenfalls noch keine ausreichende Erfahrungen.
Nebenwirkungen der ketogenen Diät: Auch bei sorgfältiger Durchführung
der ketogenen Diät sind Komplikationen und Nebenwirkungen nicht auszuschließen.
In der Zusammenfassung der oben erwähnten 9 Publikationen (1990-1997) wurde
u.a. über folgende Nebenwirkungen berichtet [2] die jeweils zum Abbruch
der Behandlung führten:
Gastritis, Gewichtsabnahme, Koma mit tiefer Azidose1 (bei der Behandlung
mit Azetazolamid, Sultiam u.Topiramat), mangelhafte Compliance, Müdigkeit
und Nierensteine. Wegen der Gefahr einer starken metabolischen Azidose1
sollte Acetazolamid (Diamox) vor Beginn einer ketogenen Diät abgesetzt
werden [14]. Sobald sich der Patient an die Diät gewöhnt hat kann
es bei Bedarf wieder eingeführt werden. Diskutiert wird auch in wieweit
die Durchführung einer KD bei gleichzeitiger Einnahme von Valproinsäure
(VPA) ein Risiko [9,13] darstellt da diese Substanz die Fettsäureoxidation
beeinträchtigen kann. Bei fehlender Unterstützung der ketogenen Diät
mit Vitaminen und Spurenelemente ist die Sehfähigkeit (Optikusneuropathie)
gefährdet. Behandlungsabbrüche wurden nicht nur bei unzureichender
oder fehlender Wirkung, sondern auch bei geschmacklicher Abneigung (ca.50%)
und wegen der schwierigen Handhabung der Diät durch Angehörige, beobachtet.
Praktische Durchführung der ketogenen Diät: Die schwierig
einzuhaltende Diät sollte unter strenger Indikationsstellung nur den Patienten
zugemutet werden deren Anfälle weder medikamentös noch operativ zufriedenstellend
behandelt werden können. Ein Diätversuch sollte nur unter ärztlicher
Kontrolle begonnen werden. Der beste Weg ist ein kurzer stationärer Aufenthalt
(ca. 1-2 Wochen) der gleichzeitig dazu dient die Angehörigen in die Zubereitung
der Nahrung bzw. der Überwachung der Ketose3 einzuweisen.
Zu Beginn der Diät stellt sich häufig vorübergehend eine Unterzuckerung
(Hypoglykämie) ein. Um einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung
(besonders im Kleinkindalter) vorzubeugen wird der Blutzuckerspiegel überwacht.
Die geänderte Stoffwechsellage erfordert auch die sorgfältige Überwachung
der eingenommenen Antiepileptika und ggf. eine Dosisanpassung.
Die Umstellung auf die ketogene Diät wird mit ca.24-72 Std. langen Fasten eingeleitet mit dem Ziel einer Ketonurie4. In dieser Zeit ist die Aufnahme von kohlenhydratfreier Flüssigkeit erlaubt. Anschließend wird ein stufenweiser Aufbau der ketogenen Diät durchgeführt. Wichtig ist es dabei den vom Alter abhängigen Energiebedarf im richtigen Verhältnis (meist 4:1) bedarfsgerecht umzusetzen in ketogene (Fette) und antiketogene (Kohlenhydrate+Proteine) Nährstoffe. Dafür gibt es Tabellen nach denen die Nahrungsmittel grammgenau abzuwiegen und zuzubereiten sind. Das 4:1 Verhältnis ist bei jeder Mahlzeit einzuhalten.
Den Kohlenhydratbedarf (KH) z.B. aus Rahm decken (max. 50%) und die übrigen Kohlenhydrate aus Früchten und Gemüse hinzufügen. Die Proteine (Eiweiß) in Rahm, Früchten, Gemüse und Fleisch (Geflügel), Fisch oder Käse berücksichtigen. Das Fett im Rahm, Öl, Butter oder Mayonese berechnen. Jede Mahlzeit auf den entsprechenden Tagesbedarf (Frühstück, Mittag-, Abendessen, Zwischenmahlzeit) berechnen. Zum Süßen nur Süßstoff (Aspartan, Cyclamat, Saccharin) verwenden.
| Beispiel: [aus 14] |
Frühstück | Protein: 6,3g KH: 4,4g Fett: 43,1g |
| 33g Rührei mit 20g Rahm und 22g Butter zubereitet. 47g Rahm mit etwas Mineralwasser und 24g Erdbeeren und Süßstoff gemixt. |
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| Mittag | gleiche Menge Protein, KH u. Fett | |
| Fischklöschen zubereitet mit 23g Fisch, 20g Rahm, 34g Broccoli, 10g Butter, 16g Mayonese. Rahmglace 47g mit Zitronenextrakt und Süßstoff. | ||
| Abend | gleiche Menge Protein, KH u. Fett | |
| Käsesouffle mit 22g Emmenthaler, 67g Rahm, 20g Butter, Birnenschnitzel 24g. | ||
Darüber hinaus können in begrenztem Umfang auch sogenannte freie
Nahrungsmittel pro Tag (z.Bsp. 2 Blatt Kopfsalat, 2 Oliven usw.) die Nahrung
ergänzen. Der Flüssigkeitsbedarf ist mit KH-freien Getränken
(Mineralwasser usw.) zu decken. Wegen der einseitigen Ernährung ist die
Zugabe von Vitaminen u. Kalzium besonders wichtig und darf nicht vergessen werden.
Eine tägliche Kontrolle der tatsächlich gegessenen Lebensmittel ist
ebenfalls erforderlich da es Patienten gibt die gezielt die KH-haltigen Nahrungsbestandteile
eines Menüs herausfinden und die restlichen Nahrung stehen lassen. Auch
ist darauf zu achten, daß keine Süßigkeiten, z.B. von Spielkameraden
oder Verwandten in Unkenntnis gegeben werden. Auch auf versteckte Kohlenhydrate
(z.B. Zuckerzusatz bei Kinderzahnpasta usw.) ist zu achten. Eine regelmäßige
kurzstationäre Verlaufskontrolle ist zu Beginn der ketogenen Diät
ca. alle 3-4 Monate erforderlich.
Es wird empfohlen, sobald Anfallsfreiheit erreicht wird, die KD über 1-2
Jahre durchzuführen [14]. Es kann aber auch bedeutend länger behandelt
werden. Danach sollte schrittweise auf eine normale Ernährung umgestellt
werden. Schnelle Umstellungen können Entzugsanfälle verursachen. Die
Wirksamkeit der Diät kann innerhalb von 3 Monaten sicher beurteilt werden.
Ist in der Zeit keine Besserung eingetreten sollte die ketogene Diät als
erfolglos abgebrochen werden.
Zusammenfassung: Die ketogene Diät als ergänzendes Behandlungskonzept
kindlicher Epilepsien fand in der Vergangenheit kaum Beachtung. Durch den rasanten
medizinischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte auf dem Gebiet der Epileptologie
ist die ketogene Diät, vor allem in Europa, fast völlig in Vergessenheit
geraten. Die wissenschaftliche Literatur zu dieser speziellen Form antikonvulsiver
Therapie läßt noch manche Frage offen und aktuelle praktische Erfahrungen
im Umgang mit der Diättherapie liegen in Europa kaum vor. Es sind aber
derzeit in ganz Deutschland Bestrebungen im Gange die ketogene Diät in
größerem Umfang wieder einzusetzen. Ein Netzwerk verschiedener Institutionen
[2] in Deutschland ist (seit 1997) dabei, noch offene wissenschaftliche und
praktische Fragen zur Durchführung der ketogenen Diät zu klären.
Die guten amerikanische Ergebnisse konnten allerdings bisher nicht bestätigt
werden.
Die Erfolgsaussichten einer ketogenen Diät bei der Behandlung pharmako-resistenter
Epilepsien im Kindesalter sind vergleichbar mit den Chancen welche die neuen
Antiepileptika diesem Patientenkreis bieten. Danach können etwa 1/3 dieser
Kinder von der KD profitieren. Sind die Voraussetzungen für einen Diätversuch
gegeben und sichergestellt, daß ausreichende ärztliche Überwachung
gewährleistet ist, die Angehörigen im Umgang mit der schwierig zu
gestaltenden Diät geschult wurden, so kann die ketogene Diät durchaus
eine Hilfe für epilepsiekranke Kinder bedeuten.
Für die meisten Kinder kommt diese Diät jedoch nicht in
Frage auch wenn häufig der verständliche Wunsch von Eltern geäußert
wird, alternativ zur Standarttherapie mit Antiepileptika, eine ketogene Diät
durchführen zu wollen. Im Eingangs erwähnten Spielfilm, durch den
so viele Hoffnungen geweckt wurden, wird eher beiläufig die Zahl von 500
Patienten erwähnt die seit 1949 an dieser Klinik erfolgreich behandelt
wurden. Unter der Berücksichtigung des medizinischen Fortschritts bis Heute
sind dies nur wenige Patienten. Aber ohne Zweifel sollte die ketogene Diät
häufiger eingesetzt werden als bisher, so die Worte von Lennox (1960).
Dieser überlieferte Satz des Amerikaners hat in Deutschland an Bedeutung
gewonnen und gibt Familien wieder mehr Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität
für ihre schwer epilepsiekranken Kinder.
Literatur
1 Azidose: Störung im Säure-Basen-Haushalt
2 Ketonkörper: Sammelbegriff für Acetessigsäure, Aceton- u. Betahydroxybuttersäure ( Auscheidungsprodukte)
3 Ketose: Verstoffwechselung der Nahrung (Fett / Kohlenhydrate) in Triglyzeryde[Fettsäuren] / Glukose[Zucker]
4 Ketonurie: Ausscheidung von Ketonkörper im Harn (u.a. beim Hungerzustand[Fasten], bei überw. Fetternährung)
5 Triglyzeride: Besteht aus 3 an Glyzerin gebundene Fettsäuren (in der Nahrung [Fett] enthalten)